Die Quadratur des Kreises

Einmal mehr hat Amoroso heute seine Seelenverwandschaft mit Fine unter Beweis gestellt. Auch bei ihm führt eine längere Pause – 1 Woche! – zu überraschenden Ausbrüchen. Ich bin mir selbst bei Fine bis heute noch nicht sicher ob es Lebensfreude, Unausgelastetheit oder tatsächlich Widerstand ist. Sie tänzelt dann das erste Stück bis ich aufgestiegen bin wie ein Junghengst den man zur Stute führt. So stark das mich manchmal doch Zweifel beschleichen ob ich mich wirklich auf dieses Energiebündel drauf setzten mag. Sobald ich oben bin ist sie dann aber meistens 😉 die Gelassenheit in Person.

Bei Amoroso hat es dann viel Tempo, eine gewisse Albernheit und das dringende Bedürfnis alles in Reichweite ins Maul zu nehmen. Das ist bei dem Versuch einer konzentrierten Bodenarbeit, wo man eh mit den Händen so nah am Maul und mit den Füßen so nah an seinen ist nicht gerade spaßig. Auch war er heute erstaunlich büffelig, was eigentlich so gar nicht seine Art ist. Insgesamt tat er sich recht schwer sich sauber zu biegen. Neben dem einsaugen der Zügel ins Maul kam heute noch ein plötzliches Kopf nach oben wegreißen. Damit wurden Zirkel, Volten und Schlangenlinien um Pylone und Schulterherein zu einem Disaster.

Untertreten im Zick Zack
Hm … ich hab dann um ihn etwas Neues zu bieten Untertreten im Zick Zack angeboten. Damit war zumindest sein Kopf gefordert und meine Koordinationsfähigkeit :-). Bei dieser Übung geht man vor dem Pferd her und lässt es durch Körperhaltung und Gertenhilfe abwechseln möglichst fließend sich von einer Seite zur anderen stellen mit gut untertretender Hinterhand. Wir waren etwas zu schnell und der Gertenwechsel führte zu einem Kopf hochreißen aber für das erste Mal und bei der tagesform war es gar nicht so schlecht.

Nachdem ich ihn bei einer vorigen Einheit mit den Pylonen und das geführt werden durch begrenzende Gassen vertraut gemacht habe, habe ich mich heute auf die Arbeit auf dem Zirkel konzentriert. Wie heißt es so schön: das gehen auf Kreisbahmen und an Wänden entlang ist für Pferde eine echte Herausforderung. So ist es!

Quadratvolte
Aufgebaut habe ich zu diesem Zweck eine Quadratvolte aus Pylonen, wobei ich an einer Seite die natürliche Begrenzung durch den Zaun genutzt habe. Es war ersteinmal schwierig Amoroso überhaupt auf dem Zirkel vorwärts zu bekommen. Entweder wächst er fest und dreht die Hinterhand dabei von einem weg oder aber er prescht los wenn der Impuls zum Vorwärts zu stark wird. Selbst ein Führen an der Hand ist schwierig weil er irgendwie wohl vermutet das es auf ein longiert werden hinaus laufen soll. Mit einer Extraportion Geduld habe ich ihn dann endlich dazu bekommen locker vorwärts zu gehen ohne das uns Schnecken überholen konnten und ohne Seitwärts zu krebsen. Nach ein paar Runden hat er sich auf der linken Hand dann auch gut entspannt und ist sogar Größtenteils bereits spurig gelaufen. Dafür gab es natürlich jede Menge Lob! Das Ausfallen der Hinterhand ist ja sein größtes Problem. Es macht aber keinen Sinn ihn außen zu begrenzen solange er nicht „normal“ vorwärts läuft. Außerdem habe ich befürchtet das seine ausfallende Hinterhand die Pylone umwalzt und er sich erschreckt. Mit der inneren Begrenzung hatte er auch ersteinmal genug zu tun. So wurden die Pylone an den Ecken immer wieder mißtrauisch von ihm beäugt.

Auf der rechten Hand sah es dann gleich wieder anders aus. Er rüsselte bis zum Boden runter um dann ruckartig die innere Vorhand hoch zu reißen und dann zu steigen und nach vorne zu preschen. Da Fine früher ähnliche Probleme auf der linken Hand hatte habe ich es gelassen genommen. Sie ist damals aber gleich gestiegen und dann auf der Hinterhand drohend auf mich zu gekommen. Das härtet ab! 🙂 Amoroso ist ja nur so ein bisserl gehüpft was längst nicht so imposant war. Ich habe ihn einfach wieder völlig ruhig ohne zu schimpfen auf den Zirkel geschickt. Das Spielchen haben wir noch ein paar Mal wiederholt, dabei bestand die eigentliche Herausforderung für mich darin ihn sich abstrecken zu lassen aber dennoch aufzupassen das er sich mit den Vorderbeinen nicht in der Longe verfängt. Nachdem wir zwei Runden geschafft haben ohne das er „ausfallend“ wurde habe ich ihn kräftig gelobt und Feierabend gemacht. Auf der rechten Hand tut er sich eh schwer. In Konterstellung bekommen ich ihn gut von mir weg gebogen, versuche ich ihn rechts führend zu stellen stoße ich auf massiven Wiederstand. Vielleicht hilft es, wenn wir das Führen an der linken Seite mit ihm üben?

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