Endlich mal wieder neues vom Amoroso

Ja, ja hab wirklich lange nichts mehr zu ihm geschrieben. Nachdem mir jetzt Gerüchte zu Ohren kamen wir hätten ihn einfach weggegeben muss ich natürlich was schreiben ;-).

Zeitraffer
Der liebe Kerl ist natürlich noch bei uns. Wetter- und Zeit bedingt kommen wir nicht ganz so schnell voran wie wir es vielleicht gerne hätten, aber wir kommen voran! In der Bodenarbeit hat er, wie nicht anders zu erwarten, sehr gute Fortschritte gemacht. Die Kasper-Phase in der er permanent versucht hat sich am Zügel oder Strick festzubeißen konnten wir durch stumpfes ignorieren nahezu gänzlich abschalten. Nur wenn er sehr aufgeregt ist sucht er noch die Maulfühlung. Ist aber insgesamt bei ihm eh ein Tick dass er möglichst Kontakt mit dem Maul halten möchte. Er beißt nicht oder schnappt. Er sucht nur den Kontakt und bei Aufregung halt mit Schwung und dem Bedürfnis sich irgendwo festzuhalten.

Auch beim Longieren konnten wir gute Fortschritte erzielen. Er läuft jetzt zumindest im Trab in schöner Dehnungshaltung. Er lässt sich langsam los und läuft taktklar und schwungvoll.

Ende März/Anfang April sind zwei neue Einsteller zu der kleinen Herde dazugekommen. Bei dem jungen Wallach hat er sich dann aufgeführt wie ein Hengst. Da der andere auch ein kleiner Matcho ist waren wir bei der Integration besonders vorsichtig. Inzwischen verstehen sich die beiden gut und Amoros ist nach wie vor der unangefochtene Chef der kleinen Herde.

Figurprobleme
Leider hat er über den Winter weiter zugenommen und ist mit einer ordentlichen Wampe aus dem Winter gekommen. In den Fressständern haben die Pferde ja rund um die Uhr Heu zur freien Verfügung. Sams und Fine sind mit einer sehr guten Figur in die Koppelsaison gestartet. Amoroso ist ja eh recht kalibrig geworden aber nun haben wir uns ernsthaft Sorgen gemacht zumal wir ihm mit dem Bäuchlein keinen Sattel anpassen lassen können.

Das Reitkissen
Nach mehreren Versuchen war er nach wie vor sehr angespannt sobald Friedl auf seinem Rücken saß. Er hat sich extrem schwer getan einfach locker geradeaus zu gehen und viel schnell in eine Pseudoaufrichtung. Wir haben es dann mit einem Reitkissen probiert und siehe da er läuft locker und entspannt, schnaubt schnell ab und läuft richtig gut. Mit dem Reitkissen sitzt Friedl nicht mehr so spitzig mit seinen Sitzbeinhöckern auf seinem Rücken und hat zudem durch die Steigbügel die Möglichkeit seinen Rücken zu entlasten.

Die Sache mit der Fressbremse
Um seine Figurprobleme in den Griff zu kommen haben wir ihm eine Fressbremse gekauft. Es hat einige Versuche und ein gerütteltes Maß an Geduld gebraucht bis er sich die überhaupt anlegen ließ aber es ging. Sicherheitshalber haben wir gewartet bis die Pferde angeweidet waren. Da er bei der Fütterung eh dazu tendiert grantig gegenüber anderen Pferden zu werden haben wir natürlich gewartet bis die beiden neuen integriert waren.

Nach ca. 1 Woche mit der Fressbremse hat er sich nicht mehr aufhalftern lassen! Wir haben geschlagene 1,5 Stunden gebraucht um ihm ein Halfter anzuziehen. Auch jetzt reagiert er noch extrem auf das Halfter, lässt sich aber den Führstrick um den Hals legen und sich dann mit viel Geduld auch das Halfter über den Kopf ziehen.

Ausritt
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Wir haben ja schon ein paar kleine Ausritte zusammen gemacht aber heute sind wir erstmals mit ihm alleine eine größere Runde gegangen. Alleine, heißt in diesem Fall es war kein anderes Pferd dabei nur ich als Begleitservice und Steigbügelhalter. Bei dem Reitkissen ist es wirklich gescheiter man hält an der anderen Seite gegen ;-).

Wir waren rund 1,5 Stunden unterwegs. Er steht inzwischen beim Aufsteigen ruhig, sucht nur bei mir wieder seinen Maulkontakt und läuft danach vom Fleck weg entspannt los. Da er noch Schwierigkeiten mit Schotter und auch mit leichtem Gefälle hat, steigt Friedl dann halt einfach ab und führt ihn.

Bitles Bridle
Er wird nach wie vor mit einem Bitles Bridle geritten. Den Schweif lässt er entspannt pendeln und die Öhrchen sich interessiert nach vorne gespitzt. Er läuft ihn guter Haltung uns schwingt schön durch den Rücken. Der erste Schritt – der Losgelassenheit – sind wir damit einen guten Schritt näher gekommen.
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Lebe wild und gefährlich
Friedl’s Motto möchte man meinen wenn man dieses Video sieht.
Ohne Gebiss, ohne Sattel ohne Helm und mit Steigbügeln die zu klein sind, sodass er nur die Fußspitzen reinstellt und im Zweifelsfall wahrscheinlich hängen bleiben würde. Und mit einem Pferd das als unreitbar und gefährlich gilt und das kaum Geländeerfahrung hat. Er ist völlig cool an Mopeds, Häusern, fremden Pferden auf der Koppel und anderen Ungeheuern vorbei gegangen. Überhaupt erweist Amoroso im Gelände eine erstaunliche Nervenstärke, die ihm im Alltag zuweilen doch deutlich abgeht. Manchmal, wie am Ende dieses kleinen Videos, ist er noch zögerlich. Da stand ein kleiner Ast quer über dem Weg und er traute sich nicht recht vorbei 😉 aber dafür hat man ja seinen Begleitservice, gelle :-).

Der Sattelgurt des Reitkissens haben wir durch einen gescheiten roc Medicheval Gurt ersetzt und von Corinna haben wir ein paar Westernsteigbügel geliehen, die das Risiko doch deutlich reduzieren. Jetzt heißt es weiter üben. Sicherheitshalber wird er noch mal Besuch von einem Physiotherapeuten oder Osteopathie bekommen. Außerdem haben wir den Verdacht dass er vielleicht doch Stoffwechselstörungen hat, da er unverhältnismäßig dick ist und starke Blähungen hat. Man sieht ihn, im Gegensatz zu den anderen, nämlich eher selten im Fressstäder.

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