Longenkurs

   15. Dezember 2011   Keine Kommentare zu Longenkurs

Durch einen glücklichen Zufall wurden wir vor ein paar Jahren auf den Longenkurs aufmerksam. Es ist keine „neue“ Art des Longierens. Der große Verdienst liegt in der praxisnahen und anschaulichen Aufbereitung der klassischen Longenarbeit. Einfach verständlich und gut nachvollziehbar lernt man hier das biomechanisch korrekte Longieren.

Sams haben wir ja 4-jährig direkt von der Züchterin gekauft. Bereits bei seiner ersten Besichtigung war klar das der Kleine eine verhängnisvolle Tendenz dazu hat den Rücken wegzudrücken. Hier eine Aufnahme aus der Zeit.
Sams Bewegungsmuster

Und hier die ersten Versuche an der Longe. Man sieht hier sehr gut welche Schwierigkeiten es ihm, wie jedem jungen Pferd, bereitet auf einer gebogenen Linie zu laufen. Zum Ausgleich fällt er in die Außenstellung, dabei ist er sogar links hohl, sprich es ist seine „gute“ Seite.
Außenstellung

Dieses sich wie ein Motorrad in die Kurve legen ist für ein Pferd ohne entsprechende Ausbildung unvermeidlich. Er schaut nicht sehr glücklich dabei aus. Liegt wahrscheinlich daran das er völlig aus der Balance ist. Viele Pferde versuchen die mangelnde Balance durch Tempo auszugleichen, was aber zu einer noch stärkeren Schieflagen und damit einer stärkeren Beanspruchung der Gelenke führt. Das ist natürlich ausgesprochen ungesund!
In die Kurve gelegt

Beim Longenkurs wird übrigens sehr gut erklärt warum das so ist und warum es für Pferde so schwer ist spurig auf einer Kreisbahn zu laufen. Wir haben Sams von Beginn an nach dem Longenkurs gearbeitet. Bezeichnet ist, dass großen Wert darauf gelegt wird das Körpergefühl des Pferdes zu verbessern und einen fundamentalen Lernprozess anzustoßen. Im Gegensatz zu Ausbindern, die ein Pferd lediglich in eine scheinbar korrekte Haltung zwingen, lernt ein Pferd hier selbständig eine gute Körperhaltung einzunehmen und baut so die fürs Reiten so wichtigen Muskeln im Hals- und Rückenbereich auf.

Die folgenden Aufnahmen sind ca. nach einem Jahr entstanden. Leider ist die Qualität nicht wirklich berauschend, aber ich hoffe man sieht trotzdem den Unterschied.
Hier sieht man sehr schön wie er den Rücken in Dehnungshaltung aufwölbt und langsam raumgreifender untertritt.
Korrektes Longieren

Aktive Hinterhand und schöne Spurigkeit auf dem Zirkel.
Spurigkeit

Wichtig ist auch das Abstrecken der Pferde zuzulassen. Sicher, sie kommen dann auf die Vorhand, aber der Rückenmuskel und das Nackenband werden gestreckt und solange die Hinterhand aktiv untertritt ist es auch nicht weiter schädlich.
Abstrecken

Natürlich hält er die erstmal anstrengende Dehnungshaltung nicht zu 100% durch, aber von Mal zu Mal sind die Phasen länger geworden so das er heute ca. 80% der Longenarbeit in Dehnungshaltung läuft. Wir können den Longenkurs jedenfalls nur empfehlen!
Hier zum Vergleich eine Aufnahme als er mal wieder aus der Dehnungshaltung aufgetaucht ist. Man sieht deutlich den weggedrückten Rücken und die kurzen, energielosen Tritte.
Ohne Dehnungshaltung

Und hier noch zwei Fotos wie das ganze dann unterm Sattel ausschaut. Er wird hier übrigens gebisslos geritten ;-).
Auch hier wieder sollte man dem Pferd die Zeit geben die dringend benötigten Muskeln im Hals aufzubauen, sprich die Einheiten sollten relativ kurz gehalten werden da die Pferde schnell ermüden und dann wieder in die ungesunde Haltung verfallen.
Unterm Sattel
Unterm Sattel

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