Hafer versus Müsli

   16. August 2011   Keine Kommentare zu Hafer versus Müsli

Hafer ist aus der Mode gekommen. Er macht die Pferde spinnig!
Früher hab ich das auch geglaubt ;-).

Je mehr Rationen ich aber berechnet habe und je mehr Wissen ich über die Zusatzstoffe und Füllmittel bei den Fertigfuttermitteln ich erhalten habe um so mehr graust es mir vor den wohlriechenden und so apettilich ausschauenden Fertigfuttermitteln. Spätestens, wenn man feststellt das die vom Hersteller empfohlenden Kombinationen von Grund- und Zusatzfutter und deren Mengenempfehlung hinten und vorne nicht zu einer ausgewogenen Ration führen, sondern zu einer krankmachenden Überversorgung, wird man mißtrauisch.

Und was haben bitteschön Palmöl, Erbsenflocken oder Sojaschalen im Pferdfutter zu suchen?
Ähnlich, wie Katzen- oder Hundefutter wird auch das Pferdefutter inzwischen für den Menschen und nicht für das Pferd gemischt. Auch hier wollen wir für unsere Pferde nur das beste und für uns ist ein Müsli ja schließlich auch gesund. So wird viel, zu viel, in die empfindlichen Pferdemägen hineingestopft und die Wohstandserkrankungen wie Hufrehe oder EMS nehmen zu.

Qualität statt Quantität
Die Hauptfutterquelle für ein Pferd ist und bleibt das Rauhfutter. Nicht nur das es genetisch darauf ausgelegt ist 60 bis 80% des Tages zu fressen es benötigt auch vor allem Ballaststoffe, also Rohfaser. Das Kraftfutter dient lediglich der Energiezufuhr und zusätzliche Energie benötigt ein Pferd nur, wenn es auch wirklich welche verbraucht, sprich gearbeitet wird. Ich würde einmal schnöde behaupten das rund 70% unserer Pferde eh im Erhaltungsstoffwechsel sind und keine zusätzliche Energie benötigen.

Entscheidener als das Kraftfutter ist die Qualität des Rauhfutters, also von Heu, Stroh und Weide. Hieran wird leider von den Stallbetreibern immer wieder gerne aus Kostengründen gespart. Und den meisten Pferdebesitzern fehlt es hier offensichtlich an Bewusstsein und Interesse um sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen.

Turnierfigur
Besonders schädlich ist der Versuch die schlanke Turnierfigur seines Pferdes um jeden Preis halten zu wollen und im deshalb das Heu und die Koppelzeit zu kürzen. Das vermeidliche Erfolgsrezept hierzu heißt viel Kraftfutter und wenig Rauhfutter. Es geht insofern auf, als dass die Pferde wirklich schön schlank bleiben, aber was sind die Folgen? Physisch sind es Magen- Darmprobleme, Koliken und Magengeschwüre. Psychisch Nervosität, Widersetzlichkeit bis hin zu Verhaltensstörungen wie Koppen und Weben.

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