Kämpfe

   13. September 2012   Keine Kommentare zu Kämpfe

Wir waren sehr gespannt wie Amoroso sich bei seinem zweiten Spaziergang verhalten würde. Als Ursache für seine Grantlerei vermuten wir irgendwas zwischen Unsicherheit und Angst.

Um erst mal ein paar Konstanten rein zu bringen haben wir den gleichen Weg von der gleichen Seite aus genommen und auch wieder Fine als Begleitpferd dabei gehabt. Während sie sich gelangweilt hat war er wieder neu über die Größe der Welt erstaunt. Er scannt dabei förmlich die Landschaft kontinuierlich von einer Seite zur anderen. Die Weite weckt ihn ihm aber auch den Wunsch zu Laufen. Er wird dabei aber nur zügiger und drängt etwas, trabt aber nicht an oder schleift einen gar hinterher. Also alles im Rahmen ;-).

Beim ersten Stück ging es wieder zwischen zwei hohen Maisfeldern durch. Dort springen regelmäßig Rehe auf und die beschränkte Sicht – wir können selbst beim Reiten nicht über den Mais schauen – macht die Pferde immer etwas angespannt. Wir haben die Pferde deshalb zwischendrin etwas grasen lassen, das entspannt ja immer schön :-). Amoroso fand es auch sichtlich gut, war aber dann sehr ungehalten als es weiter gehen sollte. Die Auseinandersetzung hatten wir mit Sams anfangs auch, da hat er Friedl sogar mal in die Brust gebissen! Friedl hat sich wohl auch daran erinnert und beide waren sichtlich angespannt.

Drohgebärde

Drohgebärde

Voller Körpereinsatz

Voller Körpereinsatz

Er macht seinem Unmut Luft

Er macht seinem Unmut Luft

Friedl hat ihn – zumindest schaut’s nun auf den Fotos so aus – etwas zu kurz genommen, aber Angesichts von Amorosos Körpersprache stand zu befürchten das er es nicht beim Drohen bewenden lassen würde. Dannach war wieder alles ok und er ist brav mitgelaufen. Wichtig war sicher das Aufzeigen der Grenzen ohne Gewalteinsatz und der Verzicht auf Strafen.

Hinter dem Maisfeld sind dann noch ein paar Rehe aufgesprungen und Fine setzte zu einer Piaffe an, die ich aber zügig abgewürgt habe da ich nicht wollte das Amoroso zu ähnlichen Gefühlsausbrüchen animiert wird. Später hat er noch mal eine kurze Phase gehabt bei der er gegrantelt hat. Friedl hat versucht im Sicherheit zu geben und seinen unfreundlich bis aggressiven Gesichtsausdruck zu ignorieren.

Wieder freundlich interessiert

Wieder freundlich interessiert

Diese Ausbrüche zeigen ganz gut die Problemstellung und es ist mir wichtig sie hier mit zu dokumentieren. Auch wenn er ansonsten ein Schmusetier ist und sich freundlich und offen gibt so ist er doch kein einfaches Pferd, sondern das was landläufig gerne als „Problempferd“ beschrieben wird. Und so lange er zwischendrin den Menschen am anderen Ende des Stricks durch die Gegend beutelt und bedroht ist nicht daran zu denken ihn als Handpferd mitzunehmen. Außerdem wissen wir natürlich auch noch nicht wie er auf Begegnungen mit Radlern, Autos, Bulldog, Kühen oder sonstigem reagiert. Es gibt noch viel Basisarbeit zu erledigen ;-).

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