Das Vertrauen wächst

   30. September 2012   Keine Kommentare zu Das Vertrauen wächst

Weiter Spaziergänge haben wir genutzt um die Beziehung zu Amoroso zu vertiefen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.

Die Phase in der er überraschend von seinen alten Dämonen gebeutelt wird hat Amoroso offensichtlich erfolgreich überstanden. Sein Gesichtsausdruck ist durchweg freundlich und aufmerksam. Wir haben inzwischen erstmals eine andere Runde genommen. Eine mit etwas mehr Herausforderungen: Kühe, Mülltonnen, merkwürdig surrende Landmaschinen und übel riechende Hendl Mastanlagen. Amoroso bleibt durchweg cool. Cooler jedenfalls als das Sams, der dann doch schon mal den Arab raus kehrt und tänzelt und den Schweif aufstellt und etwas hüpft. Nun ja, so hatten wir dann gleich den Test ob Amoroso sich von solchen Aktionen eines anderen Pferdes anstecken lässt. Tut er aber nicht! Klasse!

Auch dem ersten Auto sind wir begegnet und natürlich fremden Pferden auf der Koppel die provozierend angaloppiert kamen. Eine Situation die bei einem Araber nahezu immer den Knopf drückt der zu einem mehr oder weniger ausgedehntem Imponiergehabe führt. Amoroso hingegen blieb völlig cool. Dafür fand er eine völlig „überraschend“ auftauchende Bank sehr unheimlich. Schnorchelnd hat er sich ihr unter größter Körperanspannung misstrauisch genähert, sie als völlig harmlos erkannt und war dann prompt wieder die Gelassenheit selbst. Für mich eine interessante und durchaus wohltuende Erfahrung. Bin ich doch mit einer Arabärin gesegnet die nur allzu gerne jede noch so unbedeutende Kleinigkeit aufgreift um sich völlig sinnlos zu echauffieren um diesen Zustand auch noch genussvoll möglichst in die Länge zu ziehen.

Heute hatten wir auch erstmals Katrin und ihre junge und ebenfalls relativ geländeunerfahrene Warmblutstute als Gesellschaft. Amoroso war der ruhende Pol und wurde ehe er Piep sagen konnte in die Rolle des ruhigen Verlasspferdes gedrängt. Da er ohnehin innerhalb der kleinen Herde die Führungsposition beansprucht, war es ihm ein leichtes. Erst fürchtete ich ja etwas das ihn das wieder in einen Phase der Unsicherheit und Überreaktion manövrieren würde, aber weit gefehlt er war richtig klasse. Ich konnte den Führstrick locker über der Schulter tragen und nur durch lockere Verbindung mit der rechten Hand am Strick zusammen mit ihm spazieren gehen. Schön :-), fasst genauso locker wie mit Fine und das innerhalb dieser kurzen Zeit. Ich bin begeistert! Anhalten uns losgehen hat auch tadellos geklappt. Er ist richtig schön bei einem.

War er anfangs erleichtert wieder den sicheren heimischen Stall erreicht zu haben, so war er heute erstmals etwas zäh beim letzten Stück heimwärts. Er schaut auch nicht mehr mit großen Kinderaugen staunend in die weite Welt, sondern geht freundlich interessiert aber gelassen dadurch, obwohl sich durch die Maisernte immer was verändert. Ich denke wir können demnächst sowohl das Handpferdereiten als auch längere Strecken probieren.

Er ist insgesamt noch mal deutlich gelassener geworden. Ruht quasi gelassen in sich und ist sich seiner selbst sicherer geworden. Das macht sich auch im weiteren Umgang bemerkbar. Hat er im Sommer noch Panikattacken bekommen wenn ich mit einer Maurerkelle in der Hand durch den Stall ging, so konnte Friedl jetzt direkt auf ihn zu gehen als er ein Brecheisen in der Hand hatte. Er schnüffelte nur interessiert an dem fremden Ding. Das Vertrauen wächst.

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