Stress an der Longe

   2. November 2012   Keine Kommentare zu Stress an der Longe

Heute hab ich mir noch mal angeschaut wie er an der Longe im Trab läuft. Ich hatte ja bereits ein Video von ihm gesehen, da seine damalige Bereiterin versucht hat ihn an der Longe zu lösen, aber ich wollte einfach den Status quo live sehen.

Im Schritt kann er zwar bereits schön spurig auf dem Zirkel laufen und lässt sich auch schön dabei aus der Schulter heraus fallen aber im Trab ist das für ein Pferd eine ganz andere Schwierigkeitsstufe. Es war erst mal nur mit Peitscheneinsatz überhaupt möglich ihn in den Trab zu bekommen. Dann drückte er den Rücken weg und die Hinterhand scherte völlig unkoordiniert nach außen weg und er knickte den Hals fast im rechten Winkel ab. Er hatte sichtlich Stress! Kein Wunder kam er doch völlig aus der Balance und dir Scherkräfte auf Hinterhand und Becken waren sicher auch nicht angenehm für ihn. Seinen Unmut machte er mit einigen Bocksprüngen und leichtem Steigen Luft. Darf er ja auch ;-). Ich habe versucht ihn zu beruhigen und vor allem auch das Tempo zu drosseln, daraufhin streckte er sich ab bis seine Nase fast den Boden berührte. Ich habe ihn sehr gelobt. Zwar ist es natürlich noch nicht ganz das was ich von ihm sehen will aber Abstrecken dehnt den Rückenmuskel und entspannt und ist eine deutliche Verbesserung zum Bocken und Rücken wegdrücken.

Ich nutze momentan zwei alte Planen als Begrenzung und eine feste Kartonrolle. Einmal hat er mit seiner Hinterhand die Plane berührt und machte vor lauter Schreck wilde Bocksprünge. Wobei nicht wirklich wild – eher etwas erschrocken. Auch hier wieder nützen mir meine Erfahrungen mit Fine, die in solchen Situationen einfach nicht mehr kontrollierbar war. Regt sie sich einmal auf, steigert sie sich dermaßen hinein dass sie einfach nicht mehr ansprechbar ist. An der Longe lief sie sich dann regelrecht in eine Raserei und war nicht mehr zu stoppen. Nach solchen Erfahrungen ist man dann schon regelrecht froh wenn’s bei ein paar Bocksprüngen und dem einen oder anderen Steigversuch bleibt.

Nach der extremen Dehnungshaltung habe ich ihn durch pariert und sehr gelobt. Er kuschelt sich dann ähnlich wie Fine regelrecht an mich als wollte er auf den Arm. Die ersten Abstreckversuche waren übrigens auch auf dem Video mit der Bereiterin zu sehen. Da wurde er aber leider durch einen Ausbinder gestoppt und hinter die Senkrechte gezogen.

Beim Longieren werden wir wieder ein paar Schritte zurück gehen, sprich den Schritt weiter festigen und den Trab langsam an der Hand erarbeiten. Schließlich will ich ihn mit der Longenarbeit gymnastizieren und nicht zentrifugieren und wir haben ja Zeit ;-).

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